John Edwards – der Mann weiß was er will

By wahlanalyse

Man könnte ihn schon fast den ewigen Dritten nennen. John Edwards – schon 2004 versuchte er sein Glück, demokratischer Präsidentschaftskandidat zu werden. Leider konnte er nicht beim amerikanischen Volk punkten, wie er zunächst angenommen hatte.

Auch in diesem Jahr reihte sich Edwards zunächst in den Reigen der Mitstreiter um die begehrte Nominierung zum demokratischen Präsidentschaftskandidaten ein. Doch auch dieser Wahlkampf sollte es nicht gnädig mit ihm meinen, sah es zu Beginn ganz anders aus. Den Auftakt der Vorwahlen im US-Bundesstaat Iowa konnt er mit 30 % der Wählerstimmen für sich gewinnen und belegte damit knapp hinter Obama und vor Clinton den zweiten Platz.

Aber John Edwards wäre eben nicht jener erfolgreiche Anwalt, wenn er trotz misslungenen Verlaufs der Vorwahlen auf das richtige Pferd setzen würde. Aus einer sozial schwachen Schicht hat Edwards vor seiner politischen Karriere den Aufstieg zum knallharten Toplawyer gemeistert. Sein Privatvermögen wird auf mittlerweile über 30 Millionen US-$ geschätzt. Geld, das er übrigens mit zwei einzelnen Prozessen gewonnen hat – als er als Topanwalt die Interessen der unteren Mittelschicht vertreten hat. Kein Zweifel – John Edwards weiß was er will!

Nun positioniert sich Edwards im demokratischen Zweikampf zwischen Barack Obama und Hillary Clinton und ergreift Partei für seinen vorherigen innerparteilichen Konkurrenten Obama. Es ist sowohl für Obama als auch für Edwards eine Win-Win-Situation: Edwards hat bei der weißen Arbeiterschicht in den USA gepunktet, eine Zielgruppe, die eigentlich Hillary Clinton vorbehalten ist im Kampf gegen Obama. Nun könnte aber Obama ausgerechnet mit Edwards Hilfe die so wichtigen Stimmen der weißen Arbeiter Hillary Clinton abtrünnig machen.

Mit seiner offziellen und öffentlichen Positionierung ist nun Edwards selbst im Gespräch als Obamas möglicher Vizepräsident. Doch ob diese Rechnung ohne Hillary Clinton aufgeht? Es bleibt also spannend im Kampf um das Weiße Haus in Washington DC – den Edwards weiß was er will!

JS

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